Phasendifferenz-Peiler

Liebe Funkfreunde, Peilen macht einen riesigen Spaß.

Nicht nur um ungebetenen Gästen auf den höheren Frequenzbändern oder Relaisstellen das Leben schwer zu machen, auch das supergenaue auffinden von Baken, bekannten Funkamateuren oder die Peilwettbewerbe……. es ist einfach ’ne tolle Sache. Ich möchte hier auf die beiden sehr unterschiedlichen Peilarten eingehen. Zum einen ist es die Peilung mit drehbaren, scharf bündelnden Antennen mit kleinem Öffnungswinkel die auf einigen Hausdächern oder Masten montiert sind, dabei wird die Antenne mit einem Rotor in die Richtung des stärksten Signales gedreht, das genaue Ausrichten muss präzise erfolgen, das man auch wirklich die Richtung des anzupeilenden Signales auf der Windrose des Rotorsteuergerätes gradgenau ablesen kann. Die Anzeige der Signalstärke erfordert natürlich ein S-Meter mit einer guten Auflösung, am besten funktioniert es mit einem Zeigerinstrument.

Zusammenfassend kann man sagen, das diese Peilvariante außer der drehbaren Antenne idealerweise einen Stations-Transceiver erfordert um auch die Betriebsart SSB wählen zu können, und mittels RF-Gain das Signal abschwächen zu können. Denn mit SSB lässt sich ein Signal oder besser die Interferenzen viel besser einstellen bzw. orten als mit FM. Um jetzt die Peilergebnisse weiter zu Verarbeiten braucht man nur auf die Homepage von DB0RH zu gehen und die ermittelte Richtung auf der Windrose der Rotorsteuerung abzulesen und in die Peilkarte einzutragen, wenn jetzt weitere Peilergebnisse von anderen hinzukommen, wird der „FUCHS“ bald gefangen werden.

Die zweite Variante erfordert einen vergleichsweise minimalen Geräteaufwand, nämlich ein beliebiges Handfunkgerät oder einen Handscanner mit der im folgenden beschriebenen Peilvorrichtung. Um das Peilergebnis als Richtung auf der DB0FA-Seite eingeben zu können brauchen wir nur noch einen Kompaß, erfahrene Peiler suchen sich besonders in Städten auch andere Referenzpunkte wie Kirchtürme oder Brücken und geben diese Ergebnisse dann mit der Funktion der Zielrichtungseingabe auf DB0RH ein. Die Peilung mit dem Handfunkgerät ist auch die bessere Lösung, um in Städten oder im kleineren Umkreis zu akzeptablen Ergebnissen zu kommen. Leider scheitern fast alle Peilversuche auf dem 2 m bzw. 70 cm Band durch nicht HF-dichte Funkgeräte, die bei einem Abstand von weniger als 1 KM vom „Fuchs“ (Sender) und Antennen wie HB9CV, Fischgrätenantenne etc. immer das Maximum am Messgerät anzeigen lassen, schielen oder durch Reflexionen eine genaue Messung unmöglich machen.

Eine einfache und dennoch gute Methode der Peilung ist der Aufbau eines Phasen/Dopplerpeilers nach DL7AHW. Bei der einfachsten Art werden 2 Antennen, die in einem bestimmten Abstand voneinander auf einer Kunststoffschiene angebracht werden, innerhalb einer Millisekunde (1Khz) jeweils an den RX-Eingang eines Handfunkgerätes oder Scanners geschaltet, die Geräte brauchen hierzu nicht verändert werden. Ist die Entfernung zum „Fuchs“ die Gleiche – die Antennen zeigen beide parallel in Richtung des Senders – so hört man einen lauten Ton von 1Khz. Es herrscht ein Phasengleichlauf der Empfangsfrequenz ohne Auslöschung der Frequenz. Dreht man nun die Antennen so, dass beide hintereinander zum Sender zeigen, so werden bei richtiger Dimensionierung des Antennenabstandes und der Koaxkabellängen die Phasen so überlagert, dass sie sich fast auslöschen. Dabei muss der Abstand der Antennen zueinander kleiner als Lambda/2 sein. Der Signalton wäre aber in beiden Peilrichtungen gleichlaut. Eine eindeutige Senderrichtungsanzeige wird erreicht, indem man eine Zuleitung um elektrisch Lambda/2 länger macht als die andere (Achtung: Verkürzungsfaktor 0.66 beachten). Nun ist der Ton eindeutig in einer Richtung leiser als in der anderen. Je näher man an den Sender kommt, umso genauer und eindeutiger wird die Peilrichtung. Ist die Entfernung zum „Fuchs“ kleiner als 2 Meter, so ist die Peilung immer noch eindeutig………

Der Dopplerpeiler nach DL7AHW

Da sehr viele Faktoren bei diesem Peiler eine Rolle spielen, wäre empfehlenswert einen Schenkel des Booms in der Länge variabel zu gestalten, um ein Optimum zu erzielen. Auch mit den Widerständen R7 und R8 kann man die Phase beeinflussen und somit die Auslöschung optimieren. Einfach durch ein Poti ersetzen. Der Praxistest meiner ersten Antenne ist erstaunlich gut gelaufen. Eine Peilung in Berlin war eindeutig und erfolgreich und eine Notfallsituation am gleichen Testtage, hat die letzten Zweifel an diesem Peiler weggeräumt. Sogar Mitarbeiter der RegTP in Berlin haben jetzt so einen Peiler nachgebaut. Der Abstand der Dipole beträgt 29cm und die Koaxlänge war einmal 18 cm und 35 – 39 cm. Bitte sauber aufbauen und das längere Koaxkabel in einer Schleife aufwickeln und unter dem Boom abbinden. Ich habe eine kleine Schaltung dafür gezeichnet, die ein sicheres Nachbauen ermöglicht. Da es sich nur um ein paar Bauteile handelt, kann man diese an das IC anlöten und die gesamte Schaltung dann in einen kleinen 10 mal 10 Millimeter grossen Kabelkanal, an dem auch die Antennen angebracht werden, direkt einbauen/einkleben. Auch ein kleines 50Kohm Poti passt hinein. Für die Tonhöhenveränderung wird ein 50Kohm (10Kohm) Poti benötigt. Eine 9 Volt Batterie wird dann mit doppeltklebendem Klebeband auf die Schiene angebracht. Um so einen Peiler für 2m und 70cm zu bauen kann man z.B. 2 kurze, ausziehbare Teleskopeantennen benutzen, oder dünnen Kupferbeschichteter Schweissdraht für Monoantennen. Ich habe von einem Küchenschneebesen vier Drähte abgekniffen (hi), die dünn sind, flexibel und sich löten lassen (mit etwas Lötfett). Die Boomlänge sollte für das 2 Meterband grösser als 65 cm sein…..

Der Phasen-Differenz-Peiler nach DL7AHW

Und nun die Schaltung mit einem IC 4011 und 2 Dioden 4007 (besser PIN-Dioden BA-479), die als Umschalter für die Antennen dienen. Natürlich kann man mit kleiner Leistung auch über die Dioden senden. Dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Antennen auf Resonanz gebracht worden sind, ansonsten kann das Funkgerät zerstört werden. Layout Zum Schluss sei noch gesagt, dass es der erste Peiler dieser Art ist, den ich gebaut habe, und er funktioniert. Man benötigt allerdings ein wenig Übung, um nachvollziehbare Ergebnisse zu erzielen. Das ist bedingt durch Reflexionen an Gebäuden sowie korrekte Haltung des Peilers. Auch spielt die Polarisation des Fuchses eine nicht unwesentliche Rolle. Aber es macht einen riesigen Spaß!! Ich werde diesen Peiler noch optimieren und wenn ich ein besseres Ergebnis erzielt habe, die neuen Daten dann wieder auf dieser Seite vorstellen!

Uwe DG1OW

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.